Mit dem Auto im Winter in die Alpen: zugefrorene Seen, verschneite Lärchen und am Ende der Straße ein Chalet. Es bedeutet aber auch vier Länder mit vier verschiedenen Regelwerken. Frankreich, Italien, die Schweiz und Österreich regeln Winterreifen, Schneeketten, Maut und Passsperren jeweils auf ihre eigene Art, und ein Mietwagen überquert auf einer Reise oft zwei oder drei Grenzen. Dieser Ratgeber zeigt die Regeln Land für Land, die wichtigen Tunnel und Pässe und das, was Sie vor der Abfahrt mit dem Vermieter klären sollten.
- Frankreich: Winterreifen mit 3PMSF-Symbol oder Schneeketten/Schneesocken an Bord in ausgewiesenen Berggebieten, 1. November bis 31. März
- Italien: Winterreifen oder Ketten an Bord, meist 15. November bis 15. April, wo beschildert; im Aostatal auf den Staatsstraßen ab 15. Oktober
- Österreich: situative Winterreifenpflicht bei winterlichen Verhältnissen, 1. November bis 15. April; digitale oder Klebevignette für Autobahnen
- Schweiz: keine allgemeine Winterreifenpflicht, aber Ketten, wo beschildert; Autobahnvignette für 40 CHF (Klebevignette oder E-Vignette)
- Überall: Das runde blaue Schild mit einem Reifen mit Schneeketten schreibt Ketten auf mindestens zwei Antriebsrädern vor
Stand der Informationen: Oktober 2026. Regeln, Fristen und Sperren ändern sich von Saison zu Saison – prüfen Sie vor der Reise immer die unten verlinkten offiziellen Seiten.
Frankreich: die Loi Montagne
Seit 2021 schreibt die „Loi Montagne“ vor, dass Fahrzeuge in ausgewiesenen Berggemeinden vom 1. November bis 31. März winterfest ausgerüstet sein müssen. Die Präfekten von 34 Departements in den Alpen, im Jura, im Zentralmassiv, in den Pyrenäen und den Vogesen legen fest, welche Gemeinden betroffen sind; in der Praxis liegen die Zufahrten zu den großen Skiorten in Savoyen und Hochsavoyen in der Zone. Schilder markieren Beginn und Ende der Zone, ein Zusatzschild nennt den Winterzeitraum.
Sie brauchen entweder:
- vier Winterreifen (oder Ganzjahresreifen) mit dem 3PMSF-Symbol, dem Bergpiktogramm mit Schneeflocke; reine M+S-Reifen zählen seit dem 1. November 2024 nicht mehr; oder
- Schneeketten oder textile Schneesocken an Bord, passend für mindestens zwei Antriebsräder.
Die Pflicht gilt für alle Fahrzeuge mit vier oder mehr Rädern, also Pkw, Transporter und Wohnmobile; ausgenommen sind nur Fahrzeuge mit Spikereifen. Die offizielle Zusammenfassung finden Sie auf service-public.gouv.fr. Unabhängig davon ist das Schild „Schneeketten vorgeschrieben“ zu befolgen, wo es aufgestellt ist.
Maut in Frankreich
Französische Autobahnen sind größtenteils mit Mautstellen ausgestattet: Ticket bei der Einfahrt ziehen, an der Ausfahrt mit Karte zahlen. Eine Vignette gibt es nicht. Die beiden großen Tunnel nach Italien, Mont-Blanc und Fréjus, kosten eigene Maut.
Italien: Verordnungen statt eines nationalen Datums
Italien hat kein einheitliches nationales Winterreifengesetz. Jeder Straßenbetreiber erlässt eine Verordnung für sein Netz, und Schilder am Beginn des Abschnitts zeigen Pflicht und Zeitraum an. Der Standardzeitraum ist 15. November bis 15. April: Winterreifen montiert oder Ketten an Bord, bereit zum Aufziehen, wenn Schnee oder Eis es erfordern. In Italien gelten M+S-Reifen als Winterreifen, und im Winterzeitraum ist ein niedrigerer Geschwindigkeitsindex (bis Q) erlaubt.
Aostatal: ab 15. Oktober
Auf den exponierten Staatsstraßen des Aostatals beginnt die Pflicht einen Monat früher, vom 15. Oktober bis 15. April. Laut ANAS betrifft sie die SS26 von Pont-Saint-Martin bis zum Kleinen St. Bernhard, die SS26 Dir zwischen Pré-Saint-Didier und dem Mont-Blanc-Tunnel bei Courmayeur sowie die SS27 zum Großen St. Bernhard. Wer Ende Oktober nach Courmayeur fährt, für den gilt dieses Datum.
Südtirol und Brennerautobahn
Auf der Brennerautobahn A22 sind Winterreifen montiert oder Ketten an Bord vom 15. November bis 15. April Pflicht, auch ohne Schnee oder Eis, so die Brennerautobahn AG. Dieselbe feste Regel wendet das Land Südtirol im Stadtgebiet Bozen an; auf den übrigen Staats- und Landesstraßen Südtirols, die Dolomitenpässe eingeschlossen, ist Winterausrüstung vorgeschrieben, sobald Schnee oder Eis auf der Fahrbahn liegt (Landesverwaltung Südtirol).
Maut in Italien
Italienische Autobahnen werden an Mautstellen bezahlt: Ticket bei der Einfahrt, Zahlung an der Ausfahrt per Karte oder bar auf den entsprechend markierten Spuren. Meiden Sie die gelben Telepass-Spuren, wenn das Auto kein Gerät hat. Keine Vignette.
Schweiz: Eigenverantwortung und Vignette
In der Schweiz gibt es keine gesetzliche Winterreifenpflicht. Das Gesetz verlangt aber, dass Sie Ihr Fahrzeug jederzeit beherrschen, und wie der TCS erklärt, kann bei einem Unfall mit ungeeigneten Reifen Ihre Haftung geltend gemacht werden und die Versicherung ihre Leistungen kürzen. Wo das Schild „Schneeketten obligatorisch“ steht, müssen Metallketten auf mindestens zwei Antriebsrädern derselben Achse montiert sein, und Sie dürfen dann höchstens 50 km/h fahren.
Die Schweizer Autobahnvignette
Jedes Auto auf Schweizer Autobahnen, auch durch den Gotthard- und den San-Bernardino-Strassentunnel, braucht eine Vignette. Zum Zeitpunkt der Erstellung kostet sie 40 CHF und gilt für das Kalenderjahr, vom 1. Dezember des Vorjahres bis 31. Januar des Folgejahres. Es gibt sie als Klebevignette oder als E-Vignette, die an das Kennzeichen gebunden und sofort nach dem Kauf gültig ist, über das offizielle Portal des Bundesamts für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG). Vorsicht vor Nachahmer-Seiten: Der offizielle Preis beträgt 40 CHF ohne Zusatzgebühren. Ein in der Schweiz zugelassenes Auto hat sie in der Regel schon; ein Auto mit ausländischem Kennzeichen vielleicht nicht – fragen Sie nach.
Österreich: situative Pflicht und digitale Vignette
In Österreich gilt eine situative Regel. Vom 1. November bis 15. April müssen Pkw bei winterlichen Fahrbahnverhältnissen – Schnee, Schneematsch oder Eis – Winterreifen montiert haben. Anerkannt sind die Kennzeichnungen M+S, M.S., M&S oder das Schneeflockensymbol, mit mindestens 4 mm Profiltiefe bei Radialreifen. Sommerreifen mit Schneeketten sind nur auf einer durchgehend oder fast durchgehend mit Schnee oder Eis bedeckten Fahrbahn eine Alternative. Details beim Mobilitätsministerium. Wie überall ist das Schneekettenschild verbindlich.
Vignette und Streckenmaut
Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen sind vignettenpflichtig: als 1-Tages-, 10-Tages-, 2-Monats- oder Jahresvignette; zum Zeitpunkt der Erstellung kostet die 1-Tages-Vignette für Pkw 9,60 € und die 10-Tages-Vignette 12,80 €. Die digitale Vignette ist an das Kennzeichen gebunden. Online gekauft, können 1-Tages- und 10-Tages-Vignette sofort gelten, während 2-Monats- und Jahresvignette beim Online-Kauf als Verbraucher wegen des EU-Rücktrittsrechts erst ab dem 18. Tag gültig sind. 2026 ist das letzte Jahr der Klebevignette, ab 2027 gibt es nur noch die digitale Vignette. Alles bei der ASFINAG.
Mehrere Alpenrouten kosten zusätzlich Streckenmaut, darunter die Brennerautobahn (A13), der Arlberg-Straßentunnel (S16), die Tauernautobahn und der Karawankentunnel.
Tunnel und Pässe: Was im Winter offen bleibt
Als Faustregel gilt: Die großen Straßentunnel sind ganzjährig offen, viele berühmte Pässe dagegen sind vom Herbst bis zum späten Frühjahr gesperrt. Das Navi weiß das nicht immer – prüfen Sie die Route vor der Abfahrt.
Frankreich–Italien
- Mont-Blanc-Tunnel (Chamonix–Courmayeur): ganzjährig offen, mautpflichtig. Nach langen Herbstsperren in den vergangenen Jahren für die Sanierung der Tunneldecke hat der Betreiber für 2026 keine lange Sperre angekündigt, nur geplante, vorab veröffentlichte Nachtsperren (ATMB).
- Fréjus-Tunnel (Modane–Bardonecchia): ganzjährig offen, mautpflichtig (SFTRF).
- Im Winter gesperrt: Kleiner St. Bernhard, Mont Cenis, Iseran und Galibier.
Schweiz–Italien
- Großer-St.-Bernhard-Tunnel (Martigny–Aosta): ganzjährig offen, mit eigener Maut (letunnel.com). Die Passstraße darüber ist im Winter gesperrt, meist von Mitte Oktober bis Juni.
- Gotthard und San Bernardino: Die Straßentunnel auf den vignettenpflichtigen Autobahnen sind ganzjährig offen; die Pässe darüber sind im Winter gesperrt.
Österreich–Italien und Arlberg
- Brenner: Die Autobahn A13/A22 ist ganzjährig offen und die wichtigste Winterverbindung zwischen Innsbruck und Bozen. Auf österreichischer Seite wird wegen der Sanierung der Luegbrücke dort häufig einspurig pro Richtung gefahren – planen Sie an starken Wochenenden mehr Zeit ein.
- Arlbergtunnel (S16, St. Anton–Langen): im November 2024 nach der letzten großen Sanierung wiedereröffnet; laut ASFINAG sind auf Jahre keine längeren Sperren mehr geplant. Eigene Maut.
- Stilfser Joch: die ganze Wintersaison gesperrt.
Engadin: Julier oder Maloja und Bernina
Nach St. Moritz führen der Julierpass (ab Chur), der Malojapass (ab Chiavenna und Comer See) und der Berninapass (ab Tirano und dem Veltlin), die ganzjährig offen gehalten werden – bei starkem Schneefall können sie aber für einige Stunden gesperrt sein, und Ketten können vorgeschrieben werden. Der Albulapass ist im Winter gesperrt. Eine Alternative zu den Pässen ist der Autoverlad Vereina von Klosters nach Sagliains bei Zernez, ganzjährig in Betrieb (Rhätische Bahn). Den aktuellen Stand aller Schweizer Pässe zeigt das Pässe-Portal des TCS.
Schilder für Schneekettenpflicht
Alle vier Länder verwenden dasselbe Grundzeichen: einen blauen Kreis mit einem Reifen mit Schneeketten. Ab dort sind Ketten auf mindestens zwei Antriebsrädern Pflicht. In Italien zeigt das Verordnungsschild am Beginn der Straße meist dasselbe Symbol zusammen mit den Daten des Winterzeitraums. In Frankreich markieren eigene Schilder Beginn und Ende der Loi-Montagne-Zone. Praktischer Tipp: Ketten vor dem Anstieg in einer Haltebucht aufziehen, nicht mitten in einer Kehre mit Kolonne hinter sich.
Fahren auf Schnee: praktische Tipps
- Wetter und Straßenzustand prüfen, am Vorabend und am Morgen: Bison Futé für Frankreich, ANAS und Brennerautobahn für Italien, ASFINAG für Österreich, der TCS für die Schweiz.
- Ketten einmal zur Probe montieren, auf dem Hotelparkplatz, bevor Sie sie wirklich brauchen.
- Großen Abstand halten. Allradantrieb hilft beim Anfahren, verkürzt aber nicht den Bremsweg.
- Sanft fahren: mit Gas, Bremse und Lenkung; im glatten Anstieg einen höheren Gang wählen, bergab die Motorbremse nutzen.
- Tank mindestens halb voll, dazu Wasser, warme Kleidung, Handschuhe und ein geladenes Handy für lange Wartezeiten.
- Das ganze Auto von Schnee befreien, auch das Dach, und Scheibenwaschwasser mit Frostschutz nachfüllen.
- Vorsicht vor Glatteis in schattigen Abschnitten, auf Brücken und am frühen Morgen.
- Früh losfahren. An den Bettenwechsel-Samstagen stauen sich die Zufahrten zu den großen Skiorten.
Was Sie dem Vermieter sagen sollten
Ein paar Angaben bei der Buchung ersparen Überraschungen am Berg:
- Alle Länder, in denen Sie fahren, auch im Transit, damit die Auslandsnutzung abgedeckt ist.
- Skiort und genaue Adresse, vor allem bei einem Chalet an einer steilen oder privaten Straße.
- Ob Sie Ketten oder Schneesocken brauchen und ob sie für dieses Modell zulässig sind: Manche Autos mit großen Felgen und engen Radkästen haben Einschränkungen, die in der Betriebsanleitung stehen.
- Vignetten: Hat das Auto für sein Kennzeichen schon eine gültige Schweizer oder österreichische Vignette, oder müssen Sie eine kaufen?
- Übergabe- und Rückgabezeiten, die zum Samstagsverkehr und zu Ihren Flügen passen.
Bei IsyLuxe fährt jedes Auto in der kalten Jahreszeit auf Winterreifen, die Versicherung ist inklusive und die Assistance rund um die Uhr erreichbar. Sie buchen das exakte Modell, nie „oder ähnlich“, und das Auto wird dort übergeben, wo Sie es bei der Buchung vereinbaren: am Flughafen, am Bahnhof, im Hotel oder am Chalet.
Welches Auto für die Alpen im Winter?
Für Bergstraßen ist ein allradgetriebener SUV mit guter Bodenfreiheit die naheliegende Wahl. Range Rover und Bentley Bentayga sind auf langen Autobahnetappen am komfortabelsten; Mercedes-AMG G 63 und Land Rover Defender sind wie gemacht für verschneite Chalet-Zufahrten; Lamborghini Urus, Porsche Cayenne, Audi RS Q8 und Ferrari Purosangue verbinden Leistung mit Allradantrieb. Für Familien bieten BMW X7 und Audi SQ7 sieben Sitze, der Defender 130 bis zu acht. Für eine Gruppe mit Ski und Gepäck ist die Mercedes V-Klasse 4MATIC (bis zu 8 Sitze) die praktischste Art, gemeinsam anzukommen. Wer einen Kombi bevorzugt: Audi RS6 Avant und BMW M3 Touring verbinden Allrad mit großem Kofferraum.
Ausgangsstädte und Skiorte
- Ausgangspunkte: Luxusautovermietung in Genf für die französischen und Schweizer Alpen, Zürich für Graubünden und das Engadin, Mailand für das Aostatal, die Dolomiten und St. Moritz über den Maloja, und Innsbruck für Tirol und den Brenner.
- Skiorte: Courchevel, St. Moritz, Cortina d'Ampezzo, Madonna di Campiglio und Courmayeur, mit Übergabe im Hotel oder am Chalet.
Im Sommer öffnen dieselben Straßen wieder, hohe Pässe eingeschlossen, und ein Porsche 911 oder ein Ferrari Roma Spider übernimmt vom SUV.
Häufige Fragen
Sind Winterreifen in den Alpen Pflicht?
Das hängt vom Land ab. Frankreich verlangt in Berggebieten vom 1. November bis 31. März Winterreifen mit 3PMSF-Symbol oder Ketten an Bord; Italien Winterreifen oder Ketten an Bord, wo eine Verordnung gilt, meist vom 15. November bis 15. April (im Aostatal ab 15. Oktober); Österreich Winterreifen bei winterlichen Verhältnissen vom 1. November bis 15. April; die Schweiz hat keine allgemeine Pflicht.
Reichen M+S-Reifen?
In Italien und Österreich gelten M+S-Reifen als Winterreifen. In Frankreich zählen seit dem 1. November 2024 nur Reifen mit 3PMSF-Symbol; mit M+S-Reifen müssen Ketten oder Schneesocken an Bord sein.
Brauche ich in der Schweiz und in Österreich eine Vignette?
Ja, für Autobahnen und Schnellstraßen. Die Schweizer Vignette kostet zum Zeitpunkt der Erstellung 40 CHF pro Jahr; die österreichische gibt es als 1-Tages-, 10-Tages-, 2-Monats- und Jahresvignette. Frankreich und Italien kassieren an Mautstellen.
Ist der Mont-Blanc-Tunnel im Winter offen?
Ja, ganzjährig. 2026 ist keine lange Sperre geplant, nur vom Betreiber vorab angekündigte Nachtsperren.
Ist der Große St. Bernhard im Winter befahrbar?
Die Passstraße nicht, sie ist im Winter gesperrt. Der Große-St.-Bernhard-Tunnel ist dagegen ganzjährig offen.
Wie komme ich im Winter nach St. Moritz?
Über den Julierpass ab Chur, den Maloja ab dem Comer See oder die Bernina ab dem Veltlin, die im Winter offen gehalten werden, oder mit dem Autoverlad Vereina ab Klosters.
Braucht ein Allradauto Schneeketten?
Ja, wenn das Schild es vorschreibt. Allradantrieb befreit nicht von der Pflicht und verkürzt den Bremsweg auf Schnee nicht.
Weitere Ratgeber
- Mit dem Auto von Genf nach Courchevel im Winter: Routen, Regeln, Parken
- Mit dem Auto nach St. Moritz ab Mailand oder Zürich: Pässe, Grenze, Vignette und Winter
- Mit dem Auto von Venedig nach Cortina d'Ampezzo im Winter: Route, Winterpflicht, Pässe und Parken
- Von Genf nach Courmayeur durch den Mont-Blanc-Tunnel: Route, Regeln und Sperrungen



